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7 Tipps um LGBTI Mitarbeitende zu unterstützen – und wie Unternehmen davon profitieren

Noch immer sehen sich LGBTI-Menschen an vielen Arbeitsplätzen Diskriminierung und Ausgrenzung ausgesetzt. Dabei käme LGBTI-Freundlichkeit auch Unternehmen zu Gute. Mit diesen sieben Tipps können auch Sie Ihre LGBTI-Mitarbeitenden unterstützen - beim Outing und darüber hinaus.

Nicht einmal ein Drittel der lesbischen und schwulen Arbeitnehmenden outen sich am Arbeitsplatz, sprechen also mit allen Kolleg*innen und Führungskräften offen über die eigene sexuelle Orientierung. Bei bisexuellen und transgeschlechtlichen Menschen liegt die Outing-Quote sogar noch niedriger.

Dieser Zustand schadet auch den Unternehmen, da geoutete Mitarbeitende nachweislich produktiver arbeiten und sich seltener krank melden. Außerdem bewerten LGBTI-Menschen die Offenheit eines Arbeitgebers gegenüber ihrer Identität als das wichtigste Entscheidungskriterium bei der Jobsuche, noch vor Gehalt und Arbeitsort.

Schon gewusst?

Die Abkürzung LGBTI steht für lesbische, schwule, bisexuelle, transgender und intersexuelle Menschen. Sie ist ein Sammelbegriff für alle sexuellen und Geschlechtsidentitäten, die von cisgeschlechtlichen (also nicht transgender oder intersexuellen) und heterosexuellen Menschen abweichen.

Darum outen sich Mitarbeitende nicht

Ernüchternde Statistiken belegen, dass Diskriminierung von LGBTI-Mitarbeitenden am Arbeitsplatz nach wie vor sehr häufig vorkommt. Über drei Viertel der lesbischen, schwulen und bisexuellen Arbeitnehmenden waren schon mindestens einmal davon betroffen. In mehr als zwei von drei Fällen äußert sich das in “voyeuristisch gesteigerten Auseinandersetzungen”, der hierbei häufigsten Form von Diskriminierung, die beispielsweise Tuscheleien und Lächerlichmachen der Betroffenen einschließt. Aber auch sexuelle Belästigung oder körperliche Gewalt stellen keine Ausnahmen dar.

Über ein Fünftel der berichteten Diskriminierungsfälle fallen dabei sogar unter das Strafgesetzbuch, knapp zwei Drittel verstoßen gegen das AGG (Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz).

Mehr als jede*r Zehnte der lesbischen, schwulen und bisexuellen Arbeitnehmenden wurde bereits aufgrund seiner*ihrer sexuellen Identität versetzt, gekündigt oder schon beim Bewerbungsgespräch abgewiesen.

 

Diese Vorteile bietet ein LGBTI-freundliches Arbeitsumfeld für Ihr Unternehmen

Die Hälfte der ungeouteten LGBTI-Arbeitnehmenden machen sich mehr Gedanken darüber, was sie bei der Arbeit über sich preisgeben, als ihre Nicht-LGBTI-Kolleg*innen. Ungeoutete Angestellte lügen beispielsweise oft über ihren Beziehungsstatus. Außerdem achten viele LGBTI-Menschen genau darauf, nicht durch ihre Kleidung, ihre Sprechweise oder ihren Musikgeschmack aufzufallen. Sie verwenden also eine Menge Denkarbeit darauf, ihre Identität geheim zu halten. Diese mentalen Ressourcen gehen dem Unternehmen verloren. Nach einem Outing jedoch müssen sich die Mitarbeitenden nicht mehr verstellen und können sich merklich besser auf ihre Arbeit konzentrieren.

Ungeoutete Mitarbeitende leiden außerdem deutlich häufiger unter psychosomatischen Beschwerden und Einschlafschwierigkeiten, denn die Angst, von den Kolleg*innen “enttarnt” zu werden, belastet sie oft sehr. Ein erfolgreiches Outing kann hier Krankheitstage reduzieren und die Produktivität erhöhen. Es fördert außerdem das Arbeitsklima, da sich geoutete Mitarbeitende ihrem Unternehmen deutlich verbundener fühlen und zufriedener arbeiten.

LGBTI-Menschen bewerten die Offenheit eines Arbeitgebers gegenüber LGBTI-Identitäten als das wichtigste Entscheidungskriterium bei der Jobsuche, noch vor Gehalt und Arbeitsort.

Ihr Unternehmen wird also durch ein LGBTI-freundliches Arbeitsumfeld einen größeren und vielfältigeren Bewerber*innenpool anziehen. Dies verschafft Ihnen mehr Auswahl bei der Suche nach neuen Talenten für Ihr Unternehmen.

Nicht zuletzt fördern Sie die Gleichbehandlung von lesbischen, schwulen, bisexuellen und trans- und intergeschlechtlichen Menschen in Ihrem Unternehmen und leisten somit einen wertvollen Beitrag für eine offene, bunte Gesellschaft.

So unterstützen Sie Ihre LGBTI-Mitarbeitenden

  1. Vielfalt und Toleranz als Werte in Ihrer Unternehmenskultur zu verankern bildet die Grundlage für alle weiteren Schritte. Sie sollten sicherstellen, dass diese auf allen Ebenen Ihres Unternehmens und im alltäglichen Geschäft gelebt werden – es reicht nicht, sie nur auf Ihrer Webseite auszustellen.

  2. Schulungen für Ihrer Mitarbeitenden, wie beispielsweise Anti-Diskriminierungskurse, bieten einen guten Anfangspunkt, um ein Bewusstsein für die Thematik zu schaffen und erste Veränderungen in Ihrer Unternehmenskultur herbeizuführen.

  3. Ein Netzwerk für Ihre LGBTI-Beschäftigten bietet einen geschützten Ort zum Austausch und Vernetzen. Gute Beispiele aus der Praxis gibt es viele: Glam (bei McKinsey), dbPride (Deutsche Bank) oder RainbowNet (Deutsche Post DHL). Indem Sie den Aufbau eines solchen Netzwerks initiieren oder fördern unterstützen Sie Ihre LGBTI-Mitarbeitenden maßgeblich und zeigen außerdem nach außen, dass Ihr Unternehmen auch für die Menschen offen steht, die sich nicht als cisgeschlechtlich und heterosexuell identifizieren.

 
  1. Der Austausch mit Vertreter*innen der LGBTI-Gemeinschaft kann Ihnen helfen, die Bedürfnisse Ihrer LGBTI-Mitarbeitenden besser zu verstehen und geeignete Maßnahmen zu treffen. Arbeiten Sie dazu am besten mit lokalen Initiativen zusammen.

  2. Die Einstellung einer Fachkraft für Diversity bietet Ihren LGBTI-Beschäftigten – und auch anderen Mitarbeitenden – eine vertrauliche Anlaufstelle für Beratung und Unterstützung. So können Mitarbeitende beispielsweise vor oder während des Outing-Prozesses Beistand erhalten.

  3. Ein anonymer und sicherer Kommunikationsweg für ehrliches Feedback ermutigt Ihre Mitarbeitenden, Probleme und Bedenken frühzeitig anzusprechen. So werden Ihnen konkrete Möglichkeiten aufgezeigt, Ihre Unternehmenskultur zu verbessern und Missstände zu beheben. Wenn Sie sich bei diesem wichtigen Thema nicht auf den einfachen Kummerkasten verlassen wollen, können Sie auf digitale Lösungen zurückgreifen. Diese haben den entscheidenden Vorteil, trotz Anonymität einen zweiseitigen Dialog zu ermöglichen. Lytt hebt sich dabei durch seine ausgezeichnete Benutzerfreundlichkeit und die hohe Datensicherheit von alternativen Angeboten ab. Mehr Informationen finden Sie hier. (Link zu Landing Page)

  4. Die aktive Förderung von vielfältigen Teams erhöht nicht nur die Produktivität und Innovation, sondern auch die Offenheit der einzelnen Mitarbeitenden gegenüber Menschen, die sich von ihnen selbst unterscheiden. In diesem Kontext bezieht sich Vielfalt auf möglichst viele persönliche Aspekte – neben der sexuellen Orientierung oder der Geschlechtsidentität können das zum Beispiel die Herkunft, das Alter oder der berufliche Hintergrund sein.

 

LGBTI-Menschen ein tolerantes und unterstützendes Arbeitsumfeld zu bieten stellt, keine leichte Aufgabe dar. Besonders der Outing-Prozess kann einige Schwierigkeiten mit sich bringen. Aber wenn Sie die obigen Tipps erfolgreich umsetzen, dann profitieren alle davon – Ihre Mitarbeitenden und Ihr Unternehmen.

Henning Bittscheidt

Henning Bittscheidt

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